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384 Schichten für mehr Klarheit

Blitzschnelle Schichten, diagnosesicher und extrem patientenschonend

Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB)

Blitzschnelle Schichten, diagnosesicher und extrem patientenschonend – am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) verschiebt ein SOMATOM Force derzeit die Grenzen der CT-Angiographie – hin zu neuen Patientengruppen sowie zu mehr Effizienz in Diagnose und Therapie. Nach Meinung der Ärzte am CCB könnte das 384-Schichten-System somit zum „Game Changer“ in der Herzbildgebung werden.

Seit der Anschaffung eines SOMATOM Force Computertomographen untersuchen die Ärzte des Cardioangiologischen Centrums Bethanien (CCB) in Frankfurt/Main immer mehr Patientengruppen mittels CT-Angiographie. Dank extrem niedriger Strahlendosis, hoher Robustheit der Bildgebung und enorm verbesserter Bildqualität profitieren auch Patienten mit Rhythmusstörungen, Stents oder Niereninsuffizienz sowie Patienten mittleren Alters von der Möglichkeit, binnen kürzester Zeit Klarheit über ihren Koronarstatus zu erhalten.

Am CCB nehmen nichtinvasive bildgebende Verfahren einen immer größeren Stellenwert ein.
Am CCB nehmen nichtinvasive bildgebende Verfahren einen immer größeren Stellenwert ein.

Als eine der ersten Institutionen in Deutschland hat das Cardioangiologische Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt/Main im Sommer 2014 einen SOMATOM Force Scanner angeschafft.

inside:health sprach mit Professor Dr. Axel Schmermund, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, und Professor Dr. Thomas Voigtländer, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, über ihre Erfahrungen mit dem SOMATOM Force und die Bedeutung des Systems für den Stellenwert der CT-Angiographie.

Herr Professor Dr. Schmermund, Herr Professor Dr. Voigtländer, können Sie uns kurz skizzieren, warum Sie sich für den SOMATOM Force entschieden haben?

Professor Dr. med. Axel Schmermund: Gerne. Als Nutzer eines SOMATOM Sensation 64 sind wir am CCB schon lange Verfechter der Kardio-CT. Aber als wir von der Entwicklung des SOMATOM Force gehört haben, erkannten wir sofort das enorme Potenzial dieses Systems. Dabei war für uns vor allem der Zugewinn an Robustheit attraktiv, durch den die Kardio-CT für einen wesentlich größeren Patientenkreis verfügbar wird. Zudem hat uns die Bildqualität des Systems von Anfang an beeindruckt.

Professor Dr. med. Thomas Voigtländer: Wir erreichen bei der Auflösung Werte, die nah an der Koronarangiographie liegen, und uns hat besonders überzeugt, dass wir mit dem SOMATOM Force von einer durchschnittlichen Strahlendosis ausgehen können, die deutlich unter der beim Herzkatheter liegt.

 

Wo bestanden bisher beim Kardio-CT Hindernisse, die mit dem SOMATOM Force ausgeräumt werden?

Professor Dr. med. Axel Schmermund, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Professor Dr. med. Axel Schmermund, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie

Schmermund: Für uns ist es von zentraler Bedeutung, dass wir mit der Kardio-CT Klarheit schaffen. Das ist besonders wichtig für die relativ jungen Patienten, die an uns herantreten – mit unklaren Beschwerden und einer schwer einschätzbaren Vorgeschichte. Wenn wir bei diesen Patienten Gewissheit über den Koronarstatus erlangen wollten, mussten wir bislang bis zu zehn Millisievert einsetzen – heute liegen wir bei einem Bruchteil dieser Dosis. Das heißt, wir können den Personenkreis stark erweitern, für den wir die CT einsetzen – hin zu Patienten zwischen 40 und 50, bei denen es noch um grundsätzliche Weichenstellungen geht. Wie viel Sport ist möglich? Gibt es Risikofaktoren, die man in den Griff bekommen kann?

Voigtländer: Jetzt können wir nach der CT-Angiographie sagen, was wirklich morphologisch vorliegt und was gemacht werden muss – ohne zusätzliche Koronarangiographie oder Herzkatheteruntersuchung.

 

Welche Patientengruppen profitieren besonders von den Eigenschaften des SOMATOM Force?

Schmermund:
Von der hohen Bildqualität bei niedriger Strahlendosis profitieren natürlich alle Patienten, besonders aber die jüngeren. Zudem würde ich noch zwei Gruppen herausheben: erstens Patienten, bei denen Rhythmusstörungen, etwa Vorhofflimmern oder Extrasystolen bislang eine nichtinvasive Bildgebung unmöglich gemacht haben, und zweitens Patienten nach Stent-Implantationen. Für letztere gibt es zwar noch keine belastbaren Daten, aber die Bilder sprechen für sich. Mit dem SOMATOM Force kontrollieren wir bioresorbierbare Stents ohne Probleme und zunehmend auch Metallstents – da haben wir tolle Ergebnisse.

Voigtländer: Ich würde noch Patienten nach Bypass-OPs ergänzen, die können wir jetzt noch besser untersuchen. Hinzu kommen Patienten mit Niereninsuffizienz, weil wir jetzt mit wesentlich weniger Kontrastmittel auskommen – da lagen wir früher im Bereich von 140 Millilitern, jetzt genügen 50 bis 80 Milliliter. Und vielleicht noch eine Ergänzung zum Thema Stents: Aktuell sind wir immer häufiger mit dem Phänomen der Neo- Arteriosklerose konfrontiert, also der Tatsache, dass sich fünf bis zehn Jahre nach einer Stent-Implantation im Stent selbst eine Arteriosklerose bildet. Bislang war der Nachweis nur per Herzkatheter zu führen, aber wir hatten jetzt schon mehrere Fälle, bei denen diese Neointima mittels Computertomographie eindeutig sichtbar war.

Welche Vorteile bringt Ihnen die weiterentwickelte Dual-Source-Bildgebung des SOMATOM Force?

Professor Dr. med. Thomas Voigtländer, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Professor Dr. med. Thomas Voigtländer, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie

Voigtländer: Die Geschwindigkeit des Systems ermöglicht die Abdeckung sehr großer Strecken. So können wir etwa bei TAVI-Vorbereitungen die gesamte Aorta sehr schnell mit sehr wenig Kontrastmittel darstellen – und dann virtuell durch die Aorta fliegen. Zudem haben wir jetzt weniger Bewegungsartefakte als früher, besonders im Bereich der rechten Kranzarterie.

Schmermund: Nur noch mal zum Verständnis: Wir nutzen die hohe Geschwindigkeit nicht, um Betablocker zu reduzieren – unser Ziel ist nach wie vor eine Herzfrequenz um die 6. Das hilft uns, die Strahlendosis zu reduzieren und Flash-Protokolle zu fahren. Bei Bypass-Patienten können wir zudem das gesamte Volumen im Flash-Modus abdecken – auch das sorgt für weniger Dosis und dafür, dass wir nicht mehrere Herzzyklen benötigen, um die Bilder zusammenzusetzen.

 

Haben Sie weitere konkrete Erfahrungen zur Reduktion der Strahlendosis?

Schmermund: Bei der Strahlendosis lagen wir vorher im Durchschnitt bei circa 8 mSv, heute sind wir bei 1 bis 2 mSv – jeweils für alle Patienten, jeden Habitus und alle Rhythmusvarianten. Bei jungen und schlanken Patienten erreichen wir sogar Werte um die 0,3 mSv. Dabei verzichten wir gelegentlich ein Stück weit auf Bildqualität, indem wir mit 70 oder 80 kV scannen – schließlich brauchen wir eine optimale diagnostische Qualität und keine optimale Bildqualität.

Voigtländer: Nehmen wir zum Beispiel falsch-positive Ergebnisse bei Frauen, deren Belastungs-EKG den Schluss nahelegt, dass irgendetwas an den Kranzgefäßen nicht in Ordnung ist. Hier musste früher der Koronarstatus per Herzkatheter abgeklärt werden. Heute können wir das per CT mit einer wesentlich geringen Belastung in puncto Stress und Strahlung machen.

 

Wie nützlich ist das neue System bei der Vorbereitung von Interventionen?

Voigtländer: Der SOMATOM Force ist hier sehr hilfreich. Die TAVI-Vorbereitung ist ein gutes Beispiel: Wir können jetzt genau berechnen, wie groß die Klappe für den jeweiligen Patienten sein muss. Eine schmale Dame braucht schließlich eine andere Klappenkonfektion als ein großer kräftiger Mann – das spielt sich ab im Bereich zwischen 23 und 29 mm.

 

Wo sehen Sie zukünftig den Stellenwert der CT in der kardiovaskulären Medizin?

Voigtländer: Definitiv steigend. Angesichts der Bildgebungsqualität des SOMATOM Force gehen wir davon aus, dass die CT-Angiographie jetzt zum „Game Changer“ werden kann. Wir sehen es ja in unserer täglichen Sprechstunde: Wenn ein Patient kommt, der über schwer einschätzbare Thoraxschmerzen berichtet, macht man routinemäßig EKG und Ultraschall. Im Wissen darum, dass das Belastungs-EKG eigentlich keine vernünftige Aussage bringt, können wir nun schnell ein CT machen. So haben wir sofort den kompletten Koronarstatus, und dieses Abkürzen des Prozesses kommt sogar deutlich günstiger, als wenn man die Kosten aller Schritte der klassischen Kaskadenmedizin zusammenrechnet.

Schmermund: Zudem sehen wir immer wieder Patienten, bei denen wir nur mit dem CT auf die richtige Spur kommen. Die haben keine schweren Beschwerden, keine schwere Ischämie, und trotzdem zeigt ein CT-Koronarbefund, dass eine Intervention erforderlich ist. Diesen Patienten können wir heute wesentlich früher helfen. Insofern, denke ich, wird der Stellenwert der CT-Angiographie weiter steigen. Auch dank des SOMATOM Force.

 

Herr Professor Schmermund, Herr Professor Voigtländer, vielen Dank für das Gespräch.

Datum: 29.05.2015


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